Als größter Inselstaat der Welt, gelegen in den Tropen mit reichlichen Niederschlägen und häufigen Extremwetterereignissen, ist Indonesien am häufigsten und verheerendsten von Überschwemmungen betroffen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die indonesische Regierung in den letzten Jahren den Aufbau eines modernen Frühwarnsystems für Überschwemmungen (FEWS) auf Basis des Internets der Dinge (IoT) und fortschrittlicher Sensortechnologie massiv vorangetrieben. Radar-Durchflussmesser, Regenmesser und Wegsensoren dienen dabei als zentrale Datenerfassungsgeräte und spielen eine entscheidende Rolle.
Nachfolgend ein umfassendes Anwendungsbeispiel, das veranschaulicht, wie diese Technologien in der Praxis zusammenarbeiten.
I. Projekthintergrund: Jakarta und das Ciliwung-Flussbecken
- Lage: Indonesiens Hauptstadt Jakarta und das Ciliwung-Flussbecken, das durch die Stadt fließt.
- Herausforderung: Jakarta ist tief gelegen und extrem dicht besiedelt. Der Ciliwung-Fluss tritt während der Regenzeit häufig über die Ufer und verursacht schwere Überschwemmungen in der Stadt und am Fluss, die eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben sowie für Eigentum darstellen. Herkömmliche, auf manueller Beobachtung beruhende Warnmethoden genügen nicht mehr dem Bedarf an schnellen und präzisen Frühwarnungen.
II. Detaillierte Fallstudie zur Technologieanwendung
Das FEWS in dieser Region ist ein automatisiertes System, das Datenerfassung, -übertragung, -analyse und -verteilung integriert. Diese drei Sensortypen bilden die „sensorischen Nerven“ des Systems.
1. Regenmesser – Der „Ausgangspunkt“ der Frühwarnung
- Technologie & Funktion: An wichtigen Punkten im oberen Einzugsgebiet des Ciliwung-Flusses (z. B. im Raum Bogor) sind Kippwaagen-Regenmesser installiert. Sie messen die Niederschlagsintensität und -menge, indem sie zählen, wie oft eine kleine, mit Regenwasser gefüllte Waage umkippt. Diese Daten sind die erste und wichtigste Grundlage für die Hochwasservorhersage.
- Anwendungsszenario: Echtzeit-Überwachung der Niederschlagsmenge in den Oberläufen. Starkregen ist die direkteste Ursache für steigende Flusspegel. Die Daten werden in Echtzeit über drahtlose Netzwerke (z. B. GSM/GPRS oder LoRaWAN) an ein zentrales Datenverarbeitungszentrum übertragen.
- Funktion: Gibt Warnungen basierend auf Niederschlagsintensität aus. Überschreitet die Niederschlagsintensität an einem Punkt innerhalb kurzer Zeit einen voreingestellten Schwellenwert, gibt das System automatisch eine erste Warnung aus, die auf die mögliche Überschwemmungsgefahr flussabwärts hinweist und wertvolle Zeit für die weitere Reaktion verschafft.
2. Radar-Durchflussmesser – Das zentrale „Wachauge“
- Technologie & Funktion: Berührungslose Radar-Durchflussmesser (oftmals mit Radar-Wasserstandssensoren und Radar-Oberflächengeschwindigkeitssensoren) sind an Brücken und Ufern entlang des Ciliwung-Flusses und seiner wichtigsten Nebenflüsse installiert. Sie messen präzise den Wasserstand (H) und die Oberflächengeschwindigkeit (V) des Flusses, indem sie Mikrowellen auf die Wasseroberfläche aussenden und die reflektierten Signale empfangen.
- Anwendungsszenario: Sie ersetzen herkömmliche Kontaktsensoren (wie Ultraschall- oder Drucksensoren), die anfällig für Verstopfungen sind und einen höheren Wartungsaufwand erfordern. Die Radartechnologie ist unempfindlich gegenüber Ablagerungen, Sedimenten und Korrosion und eignet sich daher hervorragend für die Bedingungen indonesischer Flüsse.
- Rolle:
- Wasserstandsüberwachung: Überwacht den Flusspegel in Echtzeit; löst bei Überschreiten bestimmter Warnschwellenwerte sofort Alarme aus.
- Durchflussberechnung: In Kombination mit vorprogrammierten Flussquerschnittsdaten berechnet das System automatisch den Abfluss des Flusses in Echtzeit (Q = A * V, wobei A die Querschnittsfläche ist). Der Abfluss ist ein wissenschaftlich aussagekräftigerer hydrologischer Indikator als der Wasserstand allein und liefert ein genaueres Bild von Ausmaß und Stärke eines Hochwassers.
3. Wegsensor – Der „Gesundheitsmonitor“ der Infrastruktur
- Technologie & Funktion: Riss- und Neigungsmesser werden an kritischen Hochwasserschutzanlagen wie Deichen, Stützmauern und Brückenpfeilern installiert. Diese Sensoren überwachen mit millimetergenauer oder höherer Präzision, ob eine Struktur Risse bildet, sich setzt oder neigt.
- Anwendungsszenario: Bodenabsenkungen stellen in Teilen Jakartas ein ernstes Problem dar und gefährden langfristig die Sicherheit von Hochwasserschutzanlagen wie Deichen. Verschiebungssensoren werden in kritischen Bereichen eingesetzt, in denen Risiken wahrscheinlich auftreten.
- Funktion: Das System liefert Warnungen zur strukturellen Sicherheit. Bei Hochwasser üben hohe Wasserstände enormen Druck auf Deiche aus. Verschiebungssensoren können selbst kleinste Verformungen der Struktur erfassen. Beschleunigt sich die Verformung plötzlich oder überschreitet sie einen Sicherheitsgrenzwert, löst das System einen Alarm aus und signalisiert so die Gefahr von Folgekatastrophen wie Dammbruch oder Erdrutschen. Dies ermöglicht die Steuerung von Evakuierungen und Notfallreparaturen und verhindert katastrophale Folgen.
III. Systemintegration und Arbeitsablauf
Diese Sensoren funktionieren nicht isoliert, sondern arbeiten synergistisch über eine integrierte Plattform zusammen:
- Datenerfassung: Jeder Sensor erfasst automatisch und kontinuierlich Daten.
- Datenübertragung: Die Daten werden in Echtzeit über drahtlose Kommunikationsnetze an einen regionalen oder zentralen Datenserver übertragen.
- Datenanalyse und Entscheidungsfindung: Die hydrologische Modellierungssoftware des Zentrums integriert Niederschlags-, Wasserstands- und Abflussdaten, um Hochwasservorhersagesimulationen durchzuführen und den Zeitpunkt des Eintreffens und das Ausmaß des Hochwasserscheitels vorherzusagen. Parallel dazu werden Verschiebungsdaten separat analysiert, um die Stabilität der Infrastruktur zu beurteilen.
- Warnverbreitung: Wenn ein einzelner Datenpunkt oder eine Kombination von Daten vordefinierte Schwellenwerte überschreitet, gibt das System Warnungen auf verschiedenen Ebenen über verschiedene Kanäle wie SMS, mobile Apps, soziale Medien und Sirenen an Regierungsbehörden, Notfalldienste und die Öffentlichkeit in den am Fluss gelegenen Gemeinden aus.
IV. Wirksamkeit und Herausforderungen
- Wirksamkeit:
- Längere Vorwarnzeit: Die Vorwarnzeiten haben sich von wenigen Stunden in der Vergangenheit auf 24 bis 48 Stunden verbessert, was die Reaktionsfähigkeit im Notfall deutlich erhöht.
- Wissenschaftliche Entscheidungsfindung: Evakuierungsanordnungen und Ressourcenzuweisungen werden durch die Verwendung von Echtzeitdaten und analytischen Modellen präziser und effektiver.
- Geringere Verluste an Menschenleben und Sachwerten: Frühwarnungen verhindern direkt Unfälle und reduzieren Sachschäden.
- Infrastruktursicherheitsüberwachung: Ermöglicht die intelligente und routinemäßige Zustandsüberwachung von Hochwasserschutzanlagen.
- Herausforderungen:
- Bau- und Wartungskosten: Ein Sensornetzwerk, das ein riesiges Gebiet abdeckt, erfordert erhebliche Anfangsinvestitionen und laufende Wartungskosten.
- Kommunikationsabdeckung: Eine stabile Netzabdeckung bleibt in abgelegenen Bergregionen eine Herausforderung.
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit: Um sicherzustellen, dass Warnmeldungen die Endnutzer erreichen und sie zum richtigen Handeln veranlassen, sind kontinuierliche Schulungen und Übungen erforderlich.
Abschluss
Indonesien, insbesondere in hochwassergefährdeten Gebieten wie Jakarta, baut ein widerstandsfähigeres Frühwarnsystem für Überschwemmungen auf. Hierfür werden fortschrittliche Sensornetzwerke eingesetzt, die aus Radar-Durchflussmessern, Regenmessern und Wegsensoren bestehen. Diese Fallstudie zeigt deutlich, wie ein integriertes Überwachungsmodell – das Himmel (Niederschlagsüberwachung), Boden (Flussüberwachung) und Infrastruktur (Infrastrukturüberwachung) kombiniert – den Paradigmenwechsel in der Katastrophenhilfe von der Rettung nach einem Ereignis hin zur Warnung vor Ereignissen und proaktiven Prävention ermöglicht. Dies liefert wertvolle praktische Erkenntnisse für Länder und Regionen weltweit, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Komplettes Server- und Software-Funkmodul, unterstützt RS485, GPRS, 4G, WLAN, LoRa und LoRaWAN
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Veröffentlichungsdatum: 22. September 2025
